Im Handel: Der Grüne Planet

19. Juli 2020 0 Von Tino
Lest das Buch! Rettet den Planeten! Für Greta!

Es ist bereits im Mai erschienen, aber da ich hier lange nichts gepostet hab, obwohl es natürlich hin und wieder Neuigkeiten gibt, dachte ich mir, mach ich noch mal Werbung für meine letzte Veröffentlichung! Es handelt sich um einen Kurzgeschichtenband mit 23 Science-Fiction-Texten verschiedener Autor*innen zum Thema Klimawandel. Das reich illustrierte Buch „Der Grüne Planet – Zukunft im Klimawandel“ ist im Hirnkost Verlag erschienen und wurde herausgegeben von Hans Jürgen Kugler und René Moreau, die auch für das Sci-Fi-Magazin „Exodus“ verantwortlich sind. Die Grafiken stammen von Uli Bendick. Die Anthologie macht richtig was her, und das liegt nicht nur am Hardcover, dem schicken Design und dem fancy Lesebändchen. ✊🌍🔥

Da ich in der „Exodus“ schon zwei Texte veröffentlichen konnte (😎), passierte 2019 endlich etwas, worum ich einige andere Autor*innen in meinem Schreibumfeld schon beneidet habe: Ich wurde direkt zu der Ausschreibung eingeladen! Die noch glücklichere Fügung war, dass ich bereits eine Kurzgeschichte geschrieben hatte, die perfekt zum Thema passte:

„Millennial Mammut Crash Derby 3000“ spielt in einer strahlenden Solarpunk-Zukunft, in der ein Oldtimer ausgegraben wird und von Teenage-Rennfahrerin Tessa Carrera gesteuert in Demolition Derbys gegen autonome SmartCars antreten muss – nur leider wird das Vintage-Auto so beliebt, dass umweltverschmutzende Verbrenner schon bald zum ungesunden neuen Trend werden. Ich mag den Text sehr und hoffe, er wird noch viel gelesen. Allein das Schreiben hat mir viel Spaß gemacht!


Rezensiert in die Zukunft


Wenn man viel in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht und der eigene Name noch (!) nicht auf einem Roman im Buchladen prangt, ist die Reichweite natürlich gering. Umso schöner ist es immer, wenn es trotzdem Rezensionen gibt und man sieht, was Leser*innen zu den Geschichten denken – eine Rückmeldung, die sonst ja komplett fehlt, vom Feedback aus dem eigenen Freundeskreis und von Testlesenden mal abgesehen. In diesem Fall waren die Herausgeber offenbar erfolgreich darin, die Werbetrommel zu rühren, zumindest konnte ich schon mehrfach lesen, wie meine Kurzgeschichte ankam. Und weil ich mich freue, will ich das gern teilen!


Thomas Harbach von Robots & Dragons war leider nicht so angetan, das gehört natürlich auch dazu, deshalb will ich es nicht verschweigen. 😉 Da ich die Seite mag, hab ich mich trotzdem gefreut, dort mal Erwähnung zu finden, und hoffe, es war nicht das letzte Mal.

Tino Falkes „Millennial Mammut Crash Derby 3000“ scheint sich aus unterschiedlichen bekannten Komponenten zusammensetzen. Aus der Ich-Perspektive erzählt und damit einen Teil der Pointe auch einschränkend ist es die Geschichte der letzten Rennfahrerin, die in einer durchgeplanten Verkehrswelt für Anarchie und Chaos sorgt. Tino Falke geht nicht so weit wie in „The Last Chase“ mit Lee Majors, aber trotz des ansprechenden Erzählstils kann der Plot nicht gänzlich zufrieden stellen.


Im österreichischen Standard erschien gerade erst eine Rezension von Jürgen Doppler aka Josefson, dem ich offenbar sogar schon einmal mit einer anderen Veröffentlichung aufgefallen war. Als noch eher kleines Licht am Schreibhimmel freut mich das natürlich sehr!

Wesentlich kürzer im Geschäft [als Heidrun Jänchen] und mir jetzt doch schon zweimal hintereinander positiv aufgefallen ist Tino Falke. Sein „Millennial Mammut Crash Derby 3000“ ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich ein Autor hingesetzt und überlegt hat, wie er aus einer vorgegeben Prämisse (hier eben Klimawandel) etwas anderes als das Erwartbarste machen kann. Und so lesen wir von einer ökologisch durch und durch vernünftigen Zukunftsgesellschaft, in der sich allerdings ein neuer Modesport breitmacht: Stockcar-Rennen mit rekonstruierten Benzin-Autos aus unserer Ära. Der Hype um diese Dreckschleudern nimmt groteske Züge an und zeigt auch schon bald die erwartbaren Umweltfolgen. Doch just die halsbrecherischste Rennfahrerin von allen verfolgt einen raffinierten Plan, um das zu ändern.


Das Highlight war aber die Erwähnung im Deutschlandfunk, zu der ein Hörbeitrag (ca. 5 Minuten) gehört, in dem Rezensent Marten Hahn sogar einen Auszug aus meiner Geschichte zitiert und mich in einer Liste „gestandener Autoren der deutschen Science-Fiction-Szene“ nennt. 😃 Auch wenn die wenigsten meiner Veröffentlichungen bisher zu diesem Genre gehörten (aber auch in Sachen Sci-Fi habe ich noch mehr in Arbeit).

Der Grüne Planet“ ist ein wilder Ritt durch post-apokalyptische Landschaften, Asteroidengürtel und Kunstschnee. Manchmal ist die Endzeit schon Nachrichtenalltag, manchmal haben Pflanzen oder KI die Herrschaft übernommen, und manchmal haben wir die Kurve noch gekriegt.
Letzteres gilt ganz wortwörtlich für „Millennial Mammut Crash Derby 3000“. In der temporeichen Geschichte von Tino Falke sind Verbrenner schon lange passé. Alle Welt lässt sich von emissionsfreien „SmartCars“ fahren – bis eine Ausgrabung die Begeisterung für „Oldtimer“ wieder entfacht. „Je lauter der Motor, je intensiver der Gestank der Abgase, desto stärker ehrte man die Alte Welt und ihre längst vergessenen Errungenschaften.“


Wie erwähnt ist mir mehr als klar, wie wenig bekannt ich bislang bin. Meine Veröffentlichungen machen sich schön in meinem Regal und es sind auch schon weitere bestätigt, die dieses und nächstes Jahr erscheinen, aber Phantastik ist eine kleine Nische der deutschsprachigen Literatur, und die Phantastik darin noch mal kleiner. Umso schöner, wenn man hin und wieder erkennt, dass der eigene Text, in den man viel Zeit und Mühe gesteckt hat, auch gelesen wurde und gefiel.

Wenn ihr auch Interesse habt, besorgt euch „Der Grüne Planet“ direkt im Hirnkost-Shop oder bestellt es in der Buchhandlung eures Vertrauens! 😊📗👍